Die Furcht der Fremden von den Bergen

Die Furcht der Fremden vor den Bergen führt 1510 zum Kirchenbau in Kandersteg

Der Lötschenpass als nördliche Fortsetzung der Handelsroute von Italien über den Simplonpass wurde während Jahrhunderten rege benützt, so auch als Gewürzhandelsweg. Kandersteg und dessen Weiler Gastern wurden zum Übernachten aufgesucht und wie aus einem Dokument von 1374 hervorgeht dienten zur Bezahlung oft Pfefferkörner.

In Erwartung der Gefahren, denen sie bei der Alpenüberquerung entgegensehen mussten, werfen die Fremden wiederholt die Frage auf, warum denn hier keine Kirche als Ort zur Andacht stehe. So machten sich die Bauern 1510 daran, die heutige Dorfkirche zu erbauen als Kapelle welche der Maria geweiht werden sollte. Da die in bescheidenen Verhältnissen lebenden Bergbauern aber zum Innenausbau und für die Anschaffung der Innenausstattung kein Geld hatten, wurde ihnen 1511 eine Geldsammlung im Bernischen Staatsgebiet mittels eines Bettelbriefes zugestanden. Darin steht, dass die Kandersteger für sich und Fremde Leute dieses Werk begonnen hatten. Das war 18 Jahre vor der Reformation. Der Abendmahlskelch und die 1541 hier gegossene Glocke, welche bis 1910 ihren Dienst versah und heute noch zum Ausläuten des alten Jahres benützt wird, stammen aus jener Zeit. Trotzdem bauten die Kandersteger ihre Kirche aus. 1623 wurden Deckengewölbe und Kanzel errichtet, mit Schnitzereien und Malereien verziert. Zu diesem Anlass erhielten sie 1627 vom Landvogt in Frutigen eine Ämterscheibe. Am "Samis Haus" das 1556 an der Dorfstrasse erbaut worden ist, haben wir ebenfalls einen Zeugen aus vergangenen Tagen.
Trotzdem bauten die Kandersteger ihre Kirche aus. 1623 wurden Deckengewölbe und Kanzel errichtet, mit Schnitzereien und Malereien verziert. Zu diesem Anlass erhielten sie 1627 vom Landvogt in Frutigen eine Ämterscheibe. Am "Samis Haus" das 1556 an der Dorfstrasse erbaut worden ist, haben wir ebenfalls einen Zeugen aus vergangenen Tagen.