Über das Hohtürli ins Kiental


Einzigartige Passwanderung mit vielfältigsten Eindrücken.

Diese Bergwanderung vermittelt eine überwältigende Einsicht in die Gletscherwelt an der Nordflanke der Blümlisalp.


Dauer
Oeschinensee-Griesalp 6 Std. 25 Min. (ohne Gondelbahn 7 Std. 30 Min.)

Variante
Benützung Gondelbahn Kandersteg - Oeschinensee (Zeiteinsparung ca. 1 Std.)

Rückreise
Ab Griesalp mit Bus (» Fahrplan Postauto), ab Reichenbach mit Zug oder Bus. 

Detaillierter Routenbeschrieb

Vom Bahnhof Kandersteg in die Dorfmitte. Bei der Kirche einige Schritte talauswärts und vor dem Tourismusbüro rechts abbiegen. Durch den schattenspendenden Öschiwald geht's aufwärts zum weltbekannten Oeschinensee. Der 60 m tiefe See ist durch einen Felssturz vom Doldenhorn entstanden. Die Schuttmassen stauten seine Fluten. Sein Abschluss ist unterirdisch und tritt im Öschibach zutage.

Voll wilder Schönheit ist der Aufstieg vom See durch die Felsbalmen zum Underbärgli hinauf. Etwas stärker ansteigend erreicht man über weite Alpweiden und zwischen Felsbändern hindurch das Oberbärgli, wo sich die Variante mit der Hauptroute vereinigt.

Über die langgezogene Seitenmoräne des Blümlisalpgletschers steigt man in die Schutthalden am Südhang des Schwarzhorns. Mit jeden Schritt wird die Sicht in die Schründe und Gletscher der Bergriesen umfassender. Unvermittelt steht man auf der Passhöhe des Hohtürli. Die Blümlisalphütte SAC, wo Nachtlager, einfache Speisen und Getränke angeboten werden, befindet sich noch rund 60 m weiter oben. In unmittelbarer Nähe erheben sich die blendend weissen Gipfel der Blümlisalp.

Beim Abstieg auf die Kientaler Seite ist Vorsicht geboten! Einem langgezogenen Felsband entlang windet sich das Weglein steil abfallend nordwärts, wechselt durch dunkle Schutthalden auf den mit spärlichem Graswuchs bewachsenen Weidgrat und Hügel oberhalb Oberi Bundalp. Über Underi Bundalp führt ein breiter Alpweg, den Bundbach zweimal querend, zum Bundstäg hinab, schwenkt vor diesem hangaufwärts und erreicht durch Wald und über Weide das Hotel Griesalp und die Postautohaltestelle.
 

Die Sage der Blümlisalp

Wo sich heute die Firnmulden und Gletscher der Blümlisalp befinden, waren früher grasreiche Weiden. Es kam vor, dass die Kühe dreimal des Tages gemolken werden konnten. Die schöne, blumige Alp gehörte einem jungen Sennen, der mit seinen Knechten und einer grossen Herde jeden Sommer den Berg bezog. Einmal nahm sich der Senn ein junges Weib, das ihn zu allem Schlechten verleitete. Damit sie nicht auf den harten Steinen gehen brauchte, baute er von der Hütte zum Käsespeicher eine Treppe aus schweren, goldgelben Käsen, pflasterte diese mit Butter aus und wusch sie jeden Tag mit Milch sauber ab.

Von diesem übermütigen Tun vernahm die alte Mutter des Sennen im Tale und eines Tages machte sie sich auf den Weg, um ihren Sohn zu warnen. Matt, erschöpft und durstig langte sie oben an und bat um einen Trunk Milch. Da gab ihr der schlechte Sohn unter dem Gelächter seiner Frau ein Becken voller Molke, in die er Unrat gestreut hatte. Empört erhob sich die Mutter und sprach einen schrecklichen Fluch über ihn aus: "Der Berg soll sich mit Eis bedecken und du und deine Kathrin und deine Herde sollen darunter begraben werden!" Dann nahm sie ihren Stab und stieg den steilen Weg ins Tal hinab.

Kaum hatte sie die Alp verlassen, so löste sich vom Berggipfel ein grosser Teil des Gletscher los, stürzte über die saftigen Triften hin und bedeckte die Menschen, das Vieh und die Hütten mit mächtigen Eis- und Firnmassen. Noch heute hört man das Gejohle des sündigen Sohnes und das Brüllen seiner schönsten Leitkuh.

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Unser Tipp
Übernachten in der Blümlisalphütte und am nächsten Tag den Sonnenaufgang geniessen! Reservation unbedingt empfohlen.
Verpflegung unterwegs
Hotel Oeschinensee**
Tel. +41 33 675 11 19
Berghaus am Oeschinensee
Tel. +41 33 675 11 66
Blümlisalphütte SAC
Tel. +41 33 676 14 37
Berghaus Griesalp
Tel. +41 33 676 12 31


Profil Hohtürlipass
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